Startseite
Der Verein (Gründung)
Mitglieder+Vorstand
Vereins-Programm
Aus- und Rückblick
Anfahrt
Presseschau
Mitglied werden
Impressum


So sieht's im 2. Halbjahr 2020 aus - Literaturtage finden statt

Für das zweite Halbjahr 2020 wird kein Kultur- und Veranstaltungskalender von der Stadt herausgegeben, da schon jetzt feststeht, dass viele sonst in den Monaten Juli bis Dezember stattfindenden Veranstaltungen abgesagt sind.

Seit März sind leider sämtliche Veranstaltungen des Wegberger Kulturrings – von den geplanten zwei Jazzkonzerten über den Kabarettabend „Tach Herr Knabenschuh“ bis zu den beliebten Wanderungen mit Nachtwächter Karl Küppers – dem grassierenden Coronavirus zum Opfer gefallen. „Wir bedauern sehr, dass unsere Mitglieder und Gäste auf diese Angebote verzichten mussten, aber die Gesundheit ist vordringlicher“, betonte Vorsitzender Willy Meersmann in der jüngsten Vorstandssitzung, in der man sich mit einem Blick auf das zweite  Halbjahr befasste.

Dabei waren sich die Vorstandsmitglieder einig, die im vergangenen Jahr so erfolgreichen Wegberger Literaturtage wie geplant vom 18. bis 20. September durchzuführen. Wie der Vorsitzende erläuterte, habe sich das Organisationsteam entschlossen, die dreitägige Veranstaltung ins Forum zu verlegen, weil die Abstandsregeln bei entsprechenden Besucherzahlen dort besser einzuhalten seien. Außerdem werde derzeit ein notwendiges Hygienekonzept erarbeitet. Die letzten Details des Programms, das mit einer Lesung mit Christine Westermann eingeleitet und u. a. auch ein Kindertheater und das „Literarische Quartett“ beinhalten wird, erhalten derzeit ihren Feinschliff. (S. Presseschau)

Ferner beschloss der Vorstand (vorausgesetzt, die Corona-Situation lässt dies zu), ein Jazzkonzert (6. November) sowie einen Kabarettabend (20. November) ebenfalls im Forum anzubieten. Auch Nachtwächter Karl Küppers hat sich bereiterklärt, ab September wieder seine Stadtführungen anzubieten; die Termine werden noch bekannt gegeben. Einen Wermutstropfen gibt es dagegen für die Freundinnen und Freunde der jährlichen Museumfahrten: Das Risiko einer Busfahrt zu einer besonderen Ausstellung ist den Vorstandsmitglieder zu hoch, deshalb haben sie schweren Herzens beschlossen, in diesem Herbst keine Fahrt zu organisieren.

Unser Wunsch für Sie, liebe Mitglieder: Bleiben Sie gesund!


Rückblick




























Musikalisch-literarischer Abend mit Wolfgang Wittmann (r.) und Robert Scholtes beim Kulturring in der Wegberger Mühle                                 Foto: Folkmar Pietsch

„Die Gedanken sind frei . . .“ stimmte Wolfgang Wittmann an – und die rund 50 Zuhörer in der Wegberger Mühle sangen begeistert mit. Der Text dieses Volksliedes geht zwar nicht auf Theodor Fontane zurück, denn er stammt aus dem 18. Jahrhundert, aber passt bestens zum Leben und Wirken von Fontane. der im Mittelpunkt des musikalisch-literarischen Abends vom Kulturring stand. Der Apotheker, Schriftsteller, Journalist und Theaterkritiker (1819-1898) war nämlich ein Freigeist, ja über viele Jahre ein oftmals aneckender Revolutionär, wie der Literatur-Experte Wolfgang Wittmann (Rezitation, Gitarre), der von Robert Scholtes am Klavier begleitet wurde, eindrucksvoll schilderte.

In seinen Ausführungen, nicht selten ein Schmunzeln und immer wieder Applaus seiner Zuhörer entlockend, verstand es Wittmann, fernab von üblichen Vita-Beschreibungen Details zu schildern, die im Publikum Überraschung, Verwunderung oder auch Verständnis für das aufregende Leben und Arbeiten des Schriftstellers in jener Zeit hervorriefen. Eben „ein weites Feld“, wie das Duo Wittmann-Scholtes den Abend überschrieben hatten. „Ein weites Feld“ ist denn auch ein Teil eines der vielen Zitate, die Fontane in seinen Novellen, Gedichten und Briefen der Nachwelt hinterlassen hat und entstammt dem Roman „Effi Briest“, der mit „Der Stechlin“ wohl zu den bekanntesten Werken von Theodor Fontane zählt. Der Kulturring hatte mit Wolfgang Wittmann und Robert Scholtes wieder einen guten Griff getan, denn sie sorgten für einen informativen und genussvollen musikalisch-literarischen Abend.


Ein vielfältiges Programm hat der Kulturring seinen Mitgliedern und Gästen im Jahr 2019 geboten und dabei sicherlich die unterschiedlichen Interessen angesprochen. Gleich neun Mal wanderte Nachtwächter Karl Küppers mit zahlreichen Interessenten durch die Stadt. Daneben organisierten wir drei Jazzkonzerte und eine Fahrt zur Wallraff-Richartz-Museum in Köln. Und zum ersten Mal gab es die Wegberger Literaturtage, die eine derart positive Resonanz erlebte, dass die Organisatoren beflügelte, 2020 eine Neuauflage folgen zu lassen. Insgesamt ein abwechslungsreiches Programm, von dem Sie nachfolgend und in der Presseschau eine Auswahl finden.

Von Rembrandt-Werken im Kölner Wallraf beeindruckt

Mit dieser Plakatwand wurden die Wegberger begrüßt.   Foto: Folkmar Pietsch

























Da hatte der Kulturring einen guten Griff getan, als er beschloss, die am 1. November im Wallraf-Richartz-Museum in Köln gestartete Sonderausstellung "Inside Rembrandt" zu besuchen: Die ausgestellten Werke des großen niederländischen Meisters und seiner Schüler beeindruckten die Kulturring-Gäste, die an der von Vorstandsmitglied Ulrike Kotlowski organisierten Museumsfahrt teilnahmen. Unter fachkundiger Führung wurden die Teilnehmer nicht nur mit den ausdrucksstarken, vor allem farb- und lichtintensiven Bildern vertraut gemacht, sondern auch mit dem  dramatischen Leben von Rembrandt, der 1606 in Leiden geboren wurde, zwischenzeitlich ein sehr reicher Künstler war, aber dann völlig verarmt 1669 in Amsterdam starb. Die Kulturring-Gäste sahen nicht nur die eigenen Rembrandt-Werke des Museums, sondern auch hochkarätige Leihgaben aus zahlreichen internationalen Häusern, beispielsweise das faszinierende Gemälde „Der Gelehrte im Studierzimmer“, das von der Prager Nationalgalerie nach 70 Jahren wieder auf eine Reise ins Ausland geschickt worden war. Neben den Werken des großen Meisters beeindruckten auch zahlreiche Bilder von Rembrandt-Schülern, besonders die von Jan Lievens.






















Aufmerksam lauschten die Kulturring-Gäste den fachkundigen Ausführungen zu den beeindruckenden Rembrandt-Werken.                             Foto: Willy Meersmann


Erste Wegberger Literaturtage ein Erfolg

Das Experiment ist gelungen – die ersten Wegberger Literaturtage, veranstaltet vom Kulturring in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing, der Buchhandlung Kirch und den SiebenSchreibern wurde ein voller Erfolg (s. auch Presseschau): Viele Freunde der Literatur fanden den Weg in die Wegberger Mühle und durften sich auf „interessante literarische Erlebnisse freuen“, wie Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann zur Eröffnung am Freitagabend versprach.

Zum Auftakt gab es die "Killer-City"


Auftakt der Literaturtage: Wolfgang Hohlbein las aus seinem Buch "Killer-City"
                                                                                             Foto: Folkmar Pietsch

Schon der Auftakt hielt dieses Versprechen, als der schriftstellerische Spezialist für Science-Fiction-, Fantasie- und Horror-Literatur Wolfgang Hohlbein (46) aus seinem Werk „Killer-City“ las. Die Zuhörer, darunter auch Bürgermeister Michael Stock, hatten zudem Glück, gleich zwei Lesungen, deren Geschichte miteinander verwoben war, zu erleben – auf den Eintrittskarten war nämlich eine falsche Uhrzeit angegeben. So schilderte er zunächst die grausamen, ja oftmals blutrünstigen Erlebnisse des zwölfjährigen Boy, der als Kindersoldat in der Schlacht von Gettysburg (1863) selbst schwer verletzt wurde und dabei einen feindlichen, ebenso schwer verletzten Indianer verschonte. Bevor dieser jedoch starb, schenkte er dem Boy einen Wendigo, der als rachsüchtiger Geist gilt.

In seiner zweiten Lesung machte Hohlbein einen Zeitsprung von 30 Jahren und ließ seine Hauptfigur, den einstigen Boy als Thornhill mordend durch das Chicago von 1893 ziehen – getreu dem „Auftrag“ des Wendigo. Auch hier begegnet er einem Indianer – als Holzfigur vor einem Zigarrenladen, in dem Madame Futura ihrer Wahrsagerei nachging. Sie erschrak, als sie Thornhills Handlinien las. Diese offenbarten ihr nämlich das mörderische Tun ihres „Klienten“, und sie ergriff die Flucht – ständig verfolgt von Thornhill mit dem Rasiermesser. Als er ihr jedoch versicherte, sie nicht töten, sondern nur mit ihr reden zu wollen, rannte sie über die Straße und wurde von einer Kutsche überrollt. "Futura war die erste, deren Leben er nicht nahm", beendete Hohlbein seine Lesung und stellte sich den Fragen seiner aufmerksamen, überwiegend jungen Zuhörer – die gleich Schlange standen, um ein signiertes Buch „Killer-City“ zu erstehen.

"Herr Bello und das blaue Wunder" begeisterte die kleinen Leseratten

Die Organisatoren der ersten Wegberger Literaturtage hatten auch an die kleinen Leseratten gedacht: Für sie kam am Samstagmorgen das Niederrheintheater aus Brüggen mit dem Lesestück „Herr Bello und das blaue Wunder“ von Paul Maar, dem „Vater“ des Sams. Flott und turbulent brachten Verena, Michael und Christian die spannende Geschichte um den blauen Wundersaft in Herrn Sternheims Apotheke auf die Bühne. Das blaue Elixier von des Apothekers Großvater verwandelte den Hund Bello zum Herrn Bello, und selbst die Hühner wurden menschlich. Da gab es freilich viele Irrungen und Verwirrungen, und hervorragend gelang es dem Theater-Ensemble, die kleinen Zuschauer ins Geschehen mit einzubeziehen. Viele Tipps und Zurufe von den Jungs und Mädels zeigten, wie aufmerksam sie dem Geschehen auf der Bühne folgten. Auf die Frage beispielsweise, ob der Apotheker Sternheim in Frau Lichtenblau, die über der Apotheke wohnte, verliebt sei, folgte ein vielstimmiges begeistertes „Ja“. Wahrlich eine Aufführung nach dem Geschmack des kleinen Publikums.















Verena, Michael und Christian fesselten die Kleinen mit "Herr Bello"
                                                                                          Foto: Folkmar Pietsch

Vier Bücher – viele differenzierte Meinungen

Ein Highlight der Literaturtage war zweifelsohne am Samstagabend „Das Literarische Quartett in der Mühle“ – und Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann brachte es in seiner Begrüßung auf den Punkt. Unter Hinweis auf den Veranstaltungsreigen "3TageBuch" meinte er: „Wir wollen uns von Tag zu Tag steigern.“ Das war dem Kulturring gelungen. Vier Literaturkenner - Inge Koch-Wittmann, die gleichzeitig die Gesprächsimpulse gab, Ursula Alberty, Michael Heckers und Ulrich Kirch – stellten jeweils ein Buch vor und sagten gemeinsam ihre Meinungen. Und die waren sehr differenziert, was später auch aus Äußerungen aus dem Publikum sehr deutlich wurde.


Das "Literarische Quartett" (v.r.) Inge Wittmann-Koch, Ulrich Kirch, Michael Heckers, Ursula Alberty - und für die musikalische "Einbettung" sorgten Thao My Le, Gesang, und Wolfgang Wittmann, Gitarre.                                     Foto: Folkmar Pietsch

Mit den vier Büchern „nahmen die vier Protagonisten das Publikum auf eine große Weltreise“, wie dies Inge Wittmann-Koch beschrieb. So wusste Michael Heckers mit dem umfangreichen Werk „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie eine spannende Geschichte zu beschreiben, die in Nigeria, Großbritannien und USA spielte und verschiedene Rassismus-Aspekte behandelte. Heckers sprach von einer „wunderbaren Form des Erzählens ohne Schnörkeleien“, während seine Nachbarin Ursula Alberty „den Text zu langatmig und holprig geschrieben“ empfand. Sie wiederum stellte das Buch „Willnot“ von James Sallis vor: „Eine amerikanische Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und beschaulich lebt – bis in einer Kiesgrube mehrere unbekannte Leichen gefunden werden.“ Da man über die Morde nicht viel erfährt, wird ein Spannungsfeld aufgebaut. Sie sprach von einem „lesenwerten Buch“, während Ulrich Kirch meinte: „Eine nette kleine Geschichte.“

Inge Koch-Wittmann hatte sich das Buch „Der Sommer meiner Mutter“ von Ulrich Woelk vorgenommen: Im Mittelpunkt steht der elfjährige Tobi, der mit seinen Eltern Ende der 60er in einem spießigen Idyll lebte – bis 1969 neue Nachbarn kamen. Jeans, flippig, Revolution, Befreiung – eben links, was für die heile Welt von Tobi und seiner Familie undenkbar war. Gleich zu Anfang des Buches sagt Tobi, der Mondfahrt-Fan: „Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten Mondlandung nahm sich meine Mutter das Leben.“ Dieser Satz macht neugierig – und man will wissen, wie das in den 60ern war, wenn auch ein Großteil des Publikums jene Zeit erlebt hat. Ursula Alberty hat das Buch nicht gefallen, „ist mir sehr klischeehaft“. Dagegen sagte Michael Heckers, der aufgrund seines Alters die 60er nicht kennt: „Sehr einfühlsam geschrieben, und besonders hat mir gefallen, dass 1968 die Kraft aus der jungen Generation kam – das lässt sich mit Blick auf die Klima-Diskussion auf heute übertragen.“

Sehr nachdenklich stimmte das Buch „Löwen wecken“ von Ayelet Gundar-Goshen, das Ulrich Kirch besprach: Ein israelischer Arzt überfährt einen illegalen Einwanderer, und um seine Karriere nicht zu gefährden, vertuscht er dies. Doch nachdem die Frau des Opfers bei ihm erscheint und von ihm verlangt, Einwanderer kostenlos zu operieren – was er monatelang ganz im Geheimen in einer Garage tut. Ursula Alberty: „Ich habe mich gefragt, wie kann ein Arzt ein halbes Jahr heimlich in einer Garage operieren“, und für Michael Heckers geht es in dem Buch „um die Kernfrage: was ist ein Menschenleben wert.“

Was nun mal bei einem „Literarischen Quartett“ die Intention ist, wurde nicht nur anhand dieser Beispiele deutlich: Die Meinungen über ein Buch gehen oft meilenweit auseinander. Das ist in der Mühle sehr gut rübergekommen, und den Literaturkennern auf der Bühne galt starker Applaus. Ebenso Wolfgang Wittmann, Gitarre, und Thao May Le, Gesang, die für die passende „Einbettung“ der Literatur sorgten.

Literarisches Café - der perfekte Abschluss






















Zum Abschluss der Literaturtage beeindruckten die SiebenSchreiber mit ihren eigenen Geschichten, die sie in der Wegberger Mühle vortrugen. Foto: SiebenSchreiber


An den vom Samocca-Team herbstlich dekorierten Tischen, leckerem Kuchen und duftendem Kaffee sorgten die SiebenSchreiber für den perfekten Abschluss der ersten Wegberger Literaturtage, die unter dem Titel "3TageBuch" viele Fans des Buches in die Wegberger Mühle gelockt hatten.  Die SiebenSchreiber boten ein  Literarisches Cafe und lasen ihre spannenden und unterhaltsamen Kaffee-Geschichten vor, die von den 40 Zuhörern mit starkem Applaus bedacht wurden.
Und mit einer Überraschung warteten die Hobby-Autoren auf -  mit der selbst verfassten romantischen Komödie "Benedict und die Frauen", bei der das Publikum mit einbezogen wurde: Die Zuhörer durften entscheiden,  wie die Geschichte weiter ging. Das war sehr spannend.  Günter Arnolds von den SiebenSchreiber: "Wir waren überrascht über den Handlungsstrang, den wir kaum erwartet hatten. " Aber  auch das Publikum sei über die 16 Möglichkeiten des Handlungsablaufs  überrascht gewesen. Arnolds: "Zugegebenermaßen waren unsere in den Texten umgesetzten Ideen wirklich humoristisch und schräg bis abstrus - es hat allen richtig Spaß gemacht."
Zum Abschluss der ersten Wegberger Literaturtage äußerte  Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann die Hoffnung auf eine erneute Auflage. Vielleicht im nächsten Jahr? Die Literatur-Freunde würden dies sicherlich begrüßen, meint  der Chronist.

Beeindruckt von der Pfarrkirche Merbeck

Überrascht und beeindruckt waren die 15 Gäste des Kulturrings, als sie die Merbecker Pfarrkirche St. Maternus näher kennen lernten. Überrascht, dass in dem 1500-Seelen-Dorf ein so imposantes Gotteshaus steht, und beeindruckt von den vielen Kunstwerken und der 15-jährigen Restaurierung, die zum "100-Jährigen" der 1905 eingeweihten Kirche abgeschlossen worden ist. Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann freute sich in seiner Begrüßung über das Interesse der Teilnehmer und darüber, dass sich Norbert Rademakers aus Schwaam zu der Kirchenführung bereit erklärt hatte.

Norbert Rademakers, der sich intensiv mit der Kirche und ihren vielen Kunstwerken beschäftigt hat,  ging nicht nur detailliert auf diese ein, sondern beschrieb auch die biblische und kirchengeschichtliche Bedeutung der dargestellten Bilder und Figuren, der neugotischen Ausmalung mit Blumen, Pflanzen und Ornamenten sowie der prächtigen Fenster. Er verstand es zudem, eine Verbindung zur Geschichte des Dorfes herzustellen. Das demonstrierte er bereits zu Beginn der eigentlichen Kirchenführung: Nachdem er den Gästen das 1920 von Prof. Minkenberg geschaffene Kriegerdenkmal neben der Kirche vorgestellt hatte, schloss er den zentralen Haupteingang der Kirche auf und  schilderte den feierlichen Einzug der Landbevölkerung aus ihrem schmutzigen Alltag in die neu geschaffene, herrlich ausgestattete Kirche im Jahr 1905.

Einer der Höhepunkte der Kirchenführung war der Aufstieg zur Orgelbühne, von der aus ein imposanter Blick in das Gotteshaus möglich war sowie der direkte Kontakt zu einzelnen Fenstermotiven. Die Kulturring-Gäste waren sehr angetan, vor allem auch, dass Norbert Rademakers sich 90 Minuten Zeit nahm und viele Fragen kenntnisreich beantwortete. Da die Kirchenführung kostenlos war, bat Vorsitzender Willy Meersmann zum Dank um eine Spende für die Kirche - die Bitte blieb nicht ungehört.

Auf weißem Papier Illusion des Raumes - durchs Falten

Erstaunt waren die Mitglieder und Gäste vom Kulturring, als sie die Ausstellung „Raumfalte“ des Künstlers Simon Schubert beim Kunstverein Region Heinsberg im Horster Hof besuchten. Erstaunt, weil hier weißes Papier zur beeindruckenden Kunst wird, und weil es dem Künstler gelingt, mit akribischem Falten dem weißen Papier die Illusion eines Raumes einzuhauchen – dem Betrachter wird das Gefühl vermittelt, durch eine Tür zu schreiten, eine geschwungene Treppe hinauf zu gehen, durch ein Fenster oder in einen Spiegel zu blicken. Simon Schubert schafft diese Illusion, indem er das Papier so faltet, manchmal zwei-, drei- oder vierfach, dass Licht und Schatten das weiße Papier außerordentlich plastisch erscheinen lässt.

Bei dem vom Kulturring-Vorsitzenden Willy Meersmann organisierten Ausstellungsbesuch gab Kunstpädagogin Ingrid Trantenroth-Scholz eine leicht verständliche Einführung in das Werk des Künstlers, das nicht nur mit seinen gefalteten weißen, wie Architektur wirkenden Papierarbeiten beeindruckt, sondern auch mit Pigment- und Grafitzeichnungen, die ebenfalls durch Licht und Schatten – je nach Blickwinkel – Illusionen erzeugen und irgendwie geheimnisvoll auf den Betrachter wirken. Eine außergewöhnliche Ausstellung, die auch Teil der Kunsttour im Kreis Heinsberg am Sonntag, 5. Mai, ist.

Beeindruckend: Jazzsängerin Soleil Niklasson



















                                                                           Foto: Hermann-Josef Heinen

Mit einem musikalischen Highlight startete der Kulturring seine Jazzkonzert-Reihe 2019: In der ausverkauften Wegberger Mühle war die US-amerikanische Jazzsängerin Soleil Niklasson, die mit ihrer wunderschönen und äußerst gefühlsstarken Stimme das Publikum begeisterte. Für einen eindrucksvollen Jazzabend sorgte auch das hervorragende Zusammenspiel mit dem "Blue Motion Trio". Bei zwei weiteren Jazzkonzerten waren das "Rachel Montiel Quartett" sowie Mara Minjoli mit dem "Trio Indigo" zu Gast.
S. auch Presseschau


Nach dem Auftakt der Theatersaison 2019/2020 mit der turbulenten Komödie  "Funny Money"  von Ray Cooney , dem Schauspiel "Wunschkinder" und  dem Schauspiel  "Heilig-Abend" endete das Theaterprogramm 2019/2020 mit der ernsten Komödie "4000 Tage" von Peter Quilter (Euro-Studio Landgraf) mit Matthias Hermann, Mona Seefried und Raphael Grosch. Das Theaterprogramm 2020/2021 wird in Kürze festgelegt, und wenn die Eintrittspreise wie in der Saison 2018/2019 bzw. 2019/2020 beibehalten werden, betragen sie:

 RangAbopreis     regulär     ermäßigt      
     I 107,80 €    101,80 €  
    II 102,80 €      96,80 €  
    III  97,80 €       91,80 €  

Einzelkarten kosten in den drei Preisklassen 29,70 €, 27,70 € und 25,70 €. Ermäßigungen entsprechend.                                                                                  


An jedem 1. Sonntag im Monat für die Öffentlichkeit geöffnet.

Bei Kunst-Liebhabern ist es mittlerweile bekannt: Hinter den Mauern des ehemaligen Klosters am Rathausplatz herrscht emsiges künstlerisches Treiben. Unter dem Klosterdach haben zehn Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers eingerichtet.
Neu ist, dass die Ateliers ab sofort an jedem 1. Sonntag im Monat fürs Publikum geöffnet sind. Ein Besuch lohnt sich - und dazu laden ein:

Johannes Donner    www.johannes-donner.de

Beate Bündgen      www.beate-buendgen.de

Ursula Kempf

Ulrike Kotlowski

Eva-Stefanie Mosburger-Dalz   www.mosburger-dalz.de

Petra Plum  info@gruenraumplanung.com

Ingrid Pusch       www.ip-art.de

Brigitte Uhrmacher www.uhrmacher-art.de
 
Karin van Zoggel

Johann Wittmann