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Veranstaltungskalender 2019-2.pdf
        

Ein umfangreiches Angebot an Veranstaltungen gibt es in Wegberg in den zweiten sechs Monaten des Jahres 2019. Das ist dem neuen Kultur- und Veranstaltungskalender (siehe oben) zu entnehmen, den das Stadtmarketing zusammen mit dem Kulturring jetzt herausgegeben hat: ein übersichtlicher Flyer, den Ulrich Lambertz vom Stadtmarketing sowie Folkmar Pietsch vom Kulturring zusammengestellt und unser Kassierer und Grafik-Designer Franz Richter ansprechend gestaltet hat. Er listet die Veranstaltungen von Juli bis Dezember 2019 in den unterschiedlichsten Bereichen auf: von Theater und Kabarett, Ausstellungen, Konzerten und Führungen bis zu Schützenfesten und Oldtimertreffen, Lesungen, Vorträgen, Mundartabende und sportlichen Ereignissen. Aber noch vieles mehr beinhaltet der neue Kultur- und Veranstaltungskalender, z. B. Informationen zu den Museen und zu den Internet-Adressen zahlreicher Vereine. Ein Blick hinein lohnt sich - in dem Kalender ist für jeden Geschmack etwas zu finden.

Der farbige Flyer liegt in Banken, im Rathaus-Bürgerservice, im Samocca-Infopunkt der Wegberger Mühle sowie in zahlreichen Geschäften in Wegberg aus.  Der Kalender soll auch in Zukunft jeweils für ein Halbjahr erscheinen. Deshalb die Bitte an Vereine und Organisationen, ihre Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2020 bis zum 15. November 2019 mitzuteilen:
an Ulrike Derichs im Rathaus,
Telefon 02434-83512, Fax 02434-83888, e-mail: ulrike.derichs@stadt.wegberg.de  


Unser erster Termin im Jahr 2020:

Musikalisch-literarisch - Ein Abend über Theodor Fontane

Wie Sie wissen, musste dieser Abend, der für den 22. November vorgesehen war, aus Krankheitsgründen verschoben werden. Er findet nun am Freitag 17. Januar, um 20 Uhr (Einlass 19.30 Uhr) in der Wegberger Mühle statt. Die für den November-Termin erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit. Darüber hinaus gibt es ab Montag, 16. Dezember, Eintrittskarten zum Preis von 13 Euro in der Buchhandlung Kirch, Hauptstraße, im Reisebüro Scholz, Beecker Straße, und im Bürgerservice des Rathauses.

Der Literatur-Experte Wolfgang Wittmann (Rezitation, Gitarre), der mit seinem Partner Robert Scholtes (Klavier) auf Einladung des Kulturrings  den musikalisch-literarischen Abend bestreitet, blickt so auf den 200. Geburtstag von Theodor Fontane: Reist man in diesem Jahr durch Brandenburg, begegnet er einem überall. Er wird gefeiert und vermarktet, in Ausstellungen kreativ präsentiert, im Stadtbild seiner Geburtsstadt Neuruppin ist sein Schnauzbart allgegenwärtig, aber auch sein internationales Renommee ist unbestritten. Der bedeutende deutsche Schriftsteller steht im Mittelpunkt des Abends. Nach „Heine hat den Blues“, „Was macht der Mond, Herr C(laudius)?“ sowie „Ein Mensch beim Essen ist ein gut Gesicht“ und „Familienbande“ kommt das Duo nun mit seinem fünften Programm in die Wegberger Mühle.

„Ein weites Feld“ überschreibt Wittmann das Programm: „Wäre Fontane heutzutage Blogger? Was auf den ersten Blick gewollt stylish klingt, ist in der Sache gar nicht mal so falsch: In Hunderten von Briefen korrespondiert Fontane mit seinen Briefpartnern, plaudert darin, tauscht sich mit anderen aus, beobachtet, analysiert seine Zeit, ernsthaft und nachsichtig, spöttisch-humorvoll und manchmal wütend. In anderer Form geschieht das auch in seinen Gedichten, Balladen, Reiseberichten, Zeitungsbeiträgen, Theaterkritiken, Romanen.“ Auf die Frage „Was hat uns der alte Fontane heute noch zu sagen?“ bedient sich Wolfgang Wittmann einer Feststellung des Bundespräsidenten bei der Ausstellungseröffnung fontane.200: In seinen Werken sei „eine tiefe Humanität des Miteinandersprechens zu besichtigen“.

Wenige Tage später findet die erste Wanderung 2020 mit Nachtwächter Karl Küppers statt: am Sonntag, 26. Januar, um 18 Uhr ab Wegberger Mühle

Rückblick


Mit dieser Plakatwand wurden die Wegberger begrüßt.   Foto: Folkmar Pietsch

























Da hatte der Kulturring einen guten Griff getan, als er beschloss, die am 1. November im Wallraf-Richartz-Museum in Köln gestartete Sonderausstellung "Inside Rembrandt" zu besuchen: Die ausgestellten Werke des großen niederländischen Meisters und seiner Schüler beeindruckten die Kulturring-Gäste, die an der von Vorstandsmitglied Ulrike Kotlowski organisierten Museumsfahrt teilnahmen. Unter fachkundiger Führung wurden die Teilnehmer nicht nur mit den ausdrucksstarken, vor allem farb- und lichtintensiven Bildern vertraut gemacht, sondern auch mit dem  dramatischen Leben von Rembrandt, der 1606 in Leiden geboren wurde, zwischenzeitlich ein sehr reicher Künstler war, aber dann völlig verarmt 1669 in Amsterdam starb. Die Kulturring-Gäste sahen nicht nur die eigenen Rembrandt-Werke des Museums, sondern auch hochkarätige Leihgaben aus zahlreichen internationalen Häusern, beispielsweise das faszinierende Gemälde „Der Gelehrte im Studierzimmer“, das von der Prager Nationalgalerie nach 70 Jahren wieder auf eine Reise ins Ausland geschickt worden war. Neben den Werken des großen Meisters beeindruckten auch zahlreiche Bilder von Rembrandt-Schülern, besonders die von Jan Lievens.






















Aufmerksam lauschten die Kulturring-Gäste den fachkundigen Ausführungen zu den beeindruckenden Rembrandt-Werken.                             Foto: Willy Meersmann



Das Experiment ist gelungen – die ersten Wegberger Literaturtage, veranstaltet vom Kulturring in Zusammenarbeit mit dem Stadtmarketing, der Buchhandlung Kirch und den SiebenSchreibern wurde ein voller Erfolg (s. auch Presseschau): Viele Freunde der Literatur fanden den Weg in die Wegberger Mühle und durften sich auf „interessante literarische Erlebnisse freuen“, wie Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann zur Eröffnung am Freitagabend versprach.

Zum Auftakt gab es die "Killer-City"


Auftakt der Literaturtage: Wolfgang Hohlbein las aus seinem Buch "Killer-City"
                                                                                             Foto: Folkmar Pietsch

Schon der Auftakt hielt dieses Versprechen, als der schriftstellerische Spezialist für Science-Fiction-, Fantasie- und Horror-Literatur Wolfgang Hohlbein (46) aus seinem Werk „Killer-City“ las. Die Zuhörer, darunter auch Bürgermeister Michael Stock, hatten zudem Glück, gleich zwei Lesungen, deren Geschichte miteinander verwoben war, zu erleben – auf den Eintrittskarten war nämlich eine falsche Uhrzeit angegeben. So schilderte er zunächst die grausamen, ja oftmals blutrünstigen Erlebnisse des zwölfjährigen Boy, der als Kindersoldat in der Schlacht von Gettysburg (1863) selbst schwer verletzt wurde und dabei einen feindlichen, ebenso schwer verletzten Indianer verschonte. Bevor dieser jedoch starb, schenkte er dem Boy einen Wendigo, der als rachsüchtiger Geist gilt.

In seiner zweiten Lesung machte Hohlbein einen Zeitsprung von 30 Jahren und ließ seine Hauptfigur, den einstigen Boy als Thornhill mordend durch das Chicago von 1893 ziehen – getreu dem „Auftrag“ des Wendigo. Auch hier begegnet er einem Indianer – als Holzfigur vor einem Zigarrenladen, in dem Madame Futura ihrer Wahrsagerei nachging. Sie erschrak, als sie Thornhills Handlinien las. Diese offenbarten ihr nämlich das mörderische Tun ihres „Klienten“, und sie ergriff die Flucht – ständig verfolgt von Thornhill mit dem Rasiermesser. Als er ihr jedoch versicherte, sie nicht töten, sondern nur mit ihr reden zu wollen, rannte sie über die Straße und wurde von einer Kutsche überrollt. "Futura war die erste, deren Leben er nicht nahm", beendete Hohlbein seine Lesung und stellte sich den Fragen seiner aufmerksamen, überwiegend jungen Zuhörer – die gleich Schlange standen, um ein signiertes Buch „Killer-City“ zu erstehen.

"Herr Bello und das blaue Wunder" begeisterte die kleinen Leseratten

Die Organisatoren der ersten Wegberger Literaturtage hatten auch an die kleinen Leseratten gedacht: Für sie kam am Samstagmorgen das Niederrheintheater aus Brüggen mit dem Lesestück „Herr Bello und das blaue Wunder“ von Paul Maar, dem „Vater“ des Sams. Flott und turbulent brachten Verena, Michael und Christian die spannende Geschichte um den blauen Wundersaft in Herrn Sternheims Apotheke auf die Bühne. Das blaue Elixier von des Apothekers Großvater verwandelte den Hund Bello zum Herrn Bello, und selbst die Hühner wurden menschlich. Da gab es freilich viele Irrungen und Verwirrungen, und hervorragend gelang es dem Theater-Ensemble, die kleinen Zuschauer ins Geschehen mit einzubeziehen. Viele Tipps und Zurufe von den Jungs und Mädels zeigten, wie aufmerksam sie dem Geschehen auf der Bühne folgten. Auf die Frage beispielsweise, ob der Apotheker Sternheim in Frau Lichtenblau, die über der Apotheke wohnte, verliebt sei, folgte ein vielstimmiges begeistertes „Ja“. Wahrlich eine Aufführung nach dem Geschmack des kleinen Publikums.















Verena, Michael und Christian fesselten die Kleinen mit "Herr Bello"
                                                                                          Foto: Folkmar Pietsch

Vier Bücher – viele differenzierte Meinungen

Ein Highlight der Literaturtage war zweifelsohne am Samstagabend „Das Literarische Quartett in der Mühle“ – und Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann brachte es in seiner Begrüßung auf den Punkt. Unter Hinweis auf den Veranstaltungsreigen "3TageBuch" meinte er: „Wir wollen uns von Tag zu Tag steigern.“ Das war dem Kulturring gelungen. Vier Literaturkenner - Inge Koch-Wittmann, die gleichzeitig die Gesprächsimpulse gab, Ursula Alberty, Michael Heckers und Ulrich Kirch – stellten jeweils ein Buch vor und sagten gemeinsam ihre Meinungen. Und die waren sehr differenziert, was später auch aus Äußerungen aus dem Publikum sehr deutlich wurde.


Das "Literarische Quartett" (v.r.) Inge Wittmann-Koch, Ulrich Kirch, Michael Heckers, Ursula Alberty - und für die musikalische "Einbettung" sorgten Thao My Le, Gesang, und Wolfgang Wittmann, Gitarre.                                     Foto: Folkmar Pietsch

Mit den vier Büchern „nahmen die vier Protagonisten das Publikum auf eine große Weltreise“, wie dies Inge Wittmann-Koch beschrieb. So wusste Michael Heckers mit dem umfangreichen Werk „Americanah“ von Chimamanda Ngozi Adichie eine spannende Geschichte zu beschreiben, die in Nigeria, Großbritannien und USA spielte und verschiedene Rassismus-Aspekte behandelte. Heckers sprach von einer „wunderbaren Form des Erzählens ohne Schnörkeleien“, während seine Nachbarin Ursula Alberty „den Text zu langatmig und holprig geschrieben“ empfand. Sie wiederum stellte das Buch „Willnot“ von James Sallis vor: „Eine amerikanische Kleinstadt, in der jeder jeden kennt und beschaulich lebt – bis in einer Kiesgrube mehrere unbekannte Leichen gefunden werden.“ Da man über die Morde nicht viel erfährt, wird ein Spannungsfeld aufgebaut. Sie sprach von einem „lesenwerten Buch“, während Ulrich Kirch meinte: „Eine nette kleine Geschichte.“

Inge Koch-Wittmann hatte sich das Buch „Der Sommer meiner Mutter“ von Ulrich Woelk vorgenommen: Im Mittelpunkt steht der elfjährige Tobi, der mit seinen Eltern Ende der 60er in einem spießigen Idyll lebte – bis 1969 neue Nachbarn kamen. Jeans, flippig, Revolution, Befreiung – eben links, was für die heile Welt von Tobi und seiner Familie undenkbar war. Gleich zu Anfang des Buches sagt Tobi, der Mondfahrt-Fan: „Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten Mondlandung nahm sich meine Mutter das Leben.“ Dieser Satz macht neugierig – und man will wissen, wie das in den 60ern war, wenn auch ein Großteil des Publikums jene Zeit erlebt hat. Ursula Alberty hat das Buch nicht gefallen, „ist mir sehr klischeehaft“. Dagegen sagte Michael Heckers, der aufgrund seines Alters die 60er nicht kennt: „Sehr einfühlsam geschrieben, und besonders hat mir gefallen, dass 1968 die Kraft aus der jungen Generation kam – das lässt sich mit Blick auf die Klima-Diskussion auf heute übertragen.“

Sehr nachdenklich stimmte das Buch „Löwen wecken“ von Ayelet Gundar-Goshen, das Ulrich Kirch besprach: Ein israelischer Arzt überfährt einen illegalen Einwanderer, und um seine Karriere nicht zu gefährden, vertuscht er dies. Doch nachdem die Frau des Opfers bei ihm erscheint und von ihm verlangt, Einwanderer kostenlos zu operieren – was er monatelang ganz im Geheimen in einer Garage tut. Ursula Alberty: „Ich habe mich gefragt, wie kann ein Arzt ein halbes Jahr heimlich in einer Garage operieren“, und für Michael Heckers geht es in dem Buch „um die Kernfrage: was ist ein Menschenleben wert.“

Was nun mal bei einem „Literarischen Quartett“ die Intention ist, wurde nicht nur anhand dieser Beispiele deutlich: Die Meinungen über ein Buch gehen oft meilenweit auseinander. Das ist in der Mühle sehr gut rübergekommen, und den Literaturkennern auf der Bühne galt starker Applaus. Ebenso Wolfgang Wittmann, Gitarre, und Thao May Le, Gesang, die für die passende „Einbettung“ der Literatur sorgten.

Literarisches Café - der perfekte Abschluss






















Zum Abschluss der Literaturtage beeindruckten die SiebenSchreiber mit ihren eigenen Geschichten, die sie in der Wegberger Mühle vortrugen. Foto: SiebenSchreiber


An den vom Samocca-Team herbstlich dekorierten Tischen, leckerem Kuchen und duftendem Kaffee sorgten die SiebenSchreiber für den perfekten Abschluss der ersten Wegberger Literaturtage, die unter dem Titel "3TageBuch" viele Fans des Buches in die Wegberger Mühle gelockt hatten.  Die SiebenSchreiber boten ein  Literarisches Cafe und lasen ihre spannenden und unterhaltsamen Kaffee-Geschichten vor, die von den 40 Zuhörern mit starkem Applaus bedacht wurden.
Und mit einer Überraschung warteten die Hobby-Autoren auf -  mit der selbst verfassten romantischen Komödie "Benedict und die Frauen", bei der das Publikum mit einbezogen wurde: Die Zuhörer durften entscheiden,  wie die Geschichte weiter ging. Das war sehr spannend.  Günter Arnolds von den SiebenSchreiber: "Wir waren überrascht über den Handlungsstrang, den wir kaum erwartet hatten. " Aber  auch das Publikum sei über die 16 Möglichkeiten des Handlungsablaufs  überrascht gewesen. Arnolds: "Zugegebenermaßen waren unsere in den Texten umgesetzten Ideen wirklich humoristisch und schräg bis abstrus - es hat allen richtig Spaß gemacht."
Zum Abschluss der ersten Wegberger Literaturtage äußerte  Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann die Hoffnung auf eine erneute Auflage. Vielleicht im nächsten Jahr? Die Literatur-Freunde würden dies sicherlich begrüßen, meint  der Chronist.


Überrascht und beeindruckt waren die 15 Gäste des Kulturrings, als sie die Merbecker Pfarrkirche St. Maternus näher kennen lernten. Überrascht, dass in dem 1500-Seelen-Dorf ein so imposantes Gotteshaus steht, und beeindruckt von den vielen Kunstwerken und der 15-jährigen Restaurierung, die zum "100-Jährigen" der 1905 eingeweihten Kirche abgeschlossen worden ist. Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann freute sich in seiner Begrüßung über das Interesse der Teilnehmer und darüber, dass sich Norbert Rademakers aus Schwaam zu der Kirchenführung bereit erklärt hatte.

Norbert Rademakers, der sich intensiv mit der Kirche und ihren vielen Kunstwerken beschäftigt hat,  ging nicht nur detailliert auf diese ein, sondern beschrieb auch die biblische und kirchengeschichtliche Bedeutung der dargestellten Bilder und Figuren, der neugotischen Ausmalung mit Blumen, Pflanzen und Ornamenten sowie der prächtigen Fenster. Er verstand es zudem, eine Verbindung zur Geschichte des Dorfes herzustellen. Das demonstrierte er bereits zu Beginn der eigentlichen Kirchenführung: Nachdem er den Gästen das 1920 von Prof. Minkenberg geschaffene Kriegerdenkmal neben der Kirche vorgestellt hatte, schloss er den zentralen Haupteingang der Kirche auf und  schilderte den feierlichen Einzug der Landbevölkerung aus ihrem schmutzigen Alltag in die neu geschaffene, herrlich ausgestattete Kirche im Jahr 1905.

Einer der Höhepunkte der Kirchenführung war der Aufstieg zur Orgelbühne, von der aus ein imposanter Blick in das Gotteshaus möglich war sowie der direkte Kontakt zu einzelnen Fenstermotiven. Die Kulturring-Gäste waren sehr angetan, vor allem auch, dass Norbert Rademakers sich 90 Minuten Zeit nahm und viele Fragen kenntnisreich beantwortete. Da die Kirchenführung kostenlos war, bat Vorsitzender Willy Meersmann zum Dank um eine Spende für die Kirche - die Bitte blieb nicht ungehört.


Erstaunt waren die Mitglieder und Gäste vom Kulturring, als sie die Ausstellung „Raumfalte“ des Künstlers Simon Schubert beim Kunstverein Region Heinsberg im Horster Hof besuchten. Erstaunt, weil hier weißes Papier zur beeindruckenden Kunst wird, und weil es dem Künstler gelingt, mit akribischem Falten dem weißen Papier die Illusion eines Raumes einzuhauchen – dem Betrachter wird das Gefühl vermittelt, durch eine Tür zu schreiten, eine geschwungene Treppe hinauf zu gehen, durch ein Fenster oder in einen Spiegel zu blicken. Simon Schubert schafft diese Illusion, indem er das Papier so faltet, manchmal zwei-, drei- oder vierfach, dass Licht und Schatten das weiße Papier außerordentlich plastisch erscheinen lässt.

Bei dem vom Kulturring-Vorsitzenden Willy Meersmann organisierten Ausstellungsbesuch gab Kunstpädagogin Ingrid Trantenroth-Scholz eine leicht verständliche Einführung in das Werk des Künstlers, das nicht nur mit seinen gefalteten weißen, wie Architektur wirkenden Papierarbeiten beeindruckt, sondern auch mit Pigment- und Grafitzeichnungen, die ebenfalls durch Licht und Schatten – je nach Blickwinkel – Illusionen erzeugen und irgendwie geheimnisvoll auf den Betrachter wirken. Eine außergewöhnliche Ausstellung, die auch Teil der Kunsttour im Kreis Heinsberg am Sonntag, 5. Mai, ist.




















                                                                           Foto: Hermann-Josef Heinen

Mit einem musikalischen Highlight startete der Kulturring seine Jazzkonzert-Reihe 2019: In der ausverkauften Wegberger Mühle war die US-amerikanische Jazzsängerin Soleil Niklasson, die mit ihrer wunderschönen und äußerst gefühlsstarken Stimme das Publikum begeisterte. Für einen eindrucksvollen Jazzabend sorgte auch das hervorragende Zusammenspiel mit dem "Blue Motion Trio" - Walfried Böcker (Kontrabass), Martin Sasse (Piano) und André Spajic (Schlagzeug).
S. auch Presseschau


Nach dem Auftakt der Theatersaison 2019/2020 mit der turbulenten Komödie  "Funny Money"  von Ray Cooney und dem Schauspiel "Wunschkinder"   geht es im Theaterprogramm der Stadt wie folgt weiter:

"Heilig-Abend" heißt das Schauspiel von Daniel Kehlmann (Euro-Studio Landgraf) mit Wanja Mues und Jacqueline Macaulay am Dienstag, 21. Januar 2020.

Mit der ernsten Komödie "4000 Tage" von Peter Quilter (Euro-Studio Landgraf) mit Matthias Hermann, Mona Seefried und Raphael Grosch endet das Theaterprogramm am Dienstag, 11. Februar 2020.

Alle Aufführungen beginnen um 20 Uhr im Forum neben der Burg.

Die Eintrittspreise betragen wie in der Saison 2018/2019 :

 RangAbopreis     regulär     ermäßigt      
     I 107,80 €    101,80 €  
    II 102,80 €      96,80 €  
    III  97,80 €       91,80 €  

Einzelkarten kosten in den drei Preisklassen 29,70 €, 27,70 € und 25,70 €. Ermäßigungen entsprechend.  


Rückblick auf das Jahr 2018:


Ein vielfältiges Programm hat der Kulturring seinen Mitgliedern und Gästen im Jahr 2018 geboten und dabei sicherlich die unterschiedlichen Interessen angesprochen. Gleich neun Mal wanderte Nachtwächter Karl Küppers mit zahlreichen Interessenten durch die Stadt. Daneben organisierten wir drei Jazzkonzerte, eine Kindertheater-Aufführung, einen Kabarett-Abend, einen musikalisch-literarischen Abend und eine Fahrt zur Bundeskunsthalle in Bonn. Insgesamt ein abwechslungsreiches Programm, von dem Sie nachfolgend und in der Presseschau eine Auswahl finden.

















Wolfgang Wittmann (r.) und Robert Scholtes           Foto: Folkmar Pietsch

Familie und Verwandschaft. Viele Schriftsteller, Poeten und Filmemacher haben sich mit ihr befasst und Turbulenzen, Boshaftes oder Versöhnendes beschrieben – Familienbande. Unter diesem Titel stand denn auch die Darbietung des musikalisch-literarischen Duos Wolfgang Wittmann und Robert Scholtes, das sich auf Einladung des Kulturrings mit Texten unterschiedlichster Literaten dieser Thematik näherte. Einer Thematik, zu der sicherlich viele der Zuhörerinnen und Zuhörer in der Wegberger Mühle eigene Beiträge hätten liefern können.

Kulturring-Vorsitzender Willy Meersmann freute sich in seiner Begrüßung über die zahlreichen Besucher – die im Laufe des Abends aufmerksam und nicht selten mucksmäuschenstill den Texten und der begleitenden Musik lauschten. Wittmann beleuchtete die Rollen von Mütter, Väter und Geschwister, wie sie beispielsweise bei Tucholsky, Goethe, Büchner, Brecht oder den Brüdern Mann, Wilhelm Busch und Eugen Roth dargestellt werden. Er blickte in die griechische Mythologie (Zeus und Prometheus) ebenso wie in die Bibel (Gleichnis vom verlorenen Sohn), wobei er auch auf den Brudermord (Kain und Abel) einging. Praktisch als Gegenpol hob er aber auch die Blutsbrüderschaft hervor: bei Winnetou und Old Shatterhand.

In der „Familienbande“ durften freilich berühmt-berüchtigte Familien nicht fehlen – mit vielen Gemeinsamkeiten: Die Ewings in der Dallas-Serie und  der Denver Clan - und die heutige Trump-Familie. Insgesamt ein nachdenklicher und gleichsam amüsanter Abend in dem von Anneliese Baltes ansprechend dekorierten Mühlen-Ambiente. Mit starkem Applaus bedankten sich die Kulturring-Gäste – und bekamen noch eine Zugabe. S. Presseschau


















Fachkundige Erläuterungen gab es in der Kirchner-Ausstellung. Foto: Folkmar Pietsch

So kompliziert sein Leben – bis zum Suizid – war, so faszinierend war seine künstlerische Entwicklung: Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), dem die Bundeskunsthalle in Bonn eine Sonderausstellung widmet. Sie war das Ziel der vom Kulturring Wegberg alljährlich angebotenen Museumsfahrt. Und die Besucher, die an der vom Vorstandsmitglied Ulrike Kotlowski organisierten Fahrt teilnahmen, waren begeistert von den Arbeiten Kirchners, die sich vor allem durch satte Farben auszeichnen – aber auch durch eine ausgeprägte Fantasie des Künstlers.

Wie die Kulturring-Gäste nämlich erfuhren, ist Kirchner über Deutschland und die Schweiz nie hinausgekommen, doch beim Betrachten seiner Bilder entsteht der Eindruck, als sei er immer wieder in der Welt unterwegs gewesen. Viele seiner Bilder beinhalten eine gewisse Exotik, von der Kirchner offenbar geträumt hat. So lautet der Titel der Ausstellung in Bonn denn auch „Erträumte Reisen“. Darüber hinaus kommt aber auch Lebensrealität zum Ausdruck, z. B. in den zahlreichen Porträts, vor allem jedoch in den Landschaftsbildern, die er bei seinen Aufenthalten auf Fehmarn schuf. So bekamen die Besucher dank der ausgezeichneten Führung durch die Ausstellung einen tiefen Einblick in das Leben und die verschiedenen Schaffensperioden von Ernst Ludwig Kirchner, der Mitbegründer der Künstlergruppe „Brücke“ war und nicht nur farbenprächtige Bilder schuf, sondern auch Skulpturen, Fotografien, textile Werke und Druckgrafiken, wie die in Bonn gezeigten 180 Arbeiten veranschaulichen.



Heiter und nachdenklich zugleich war der Satire-Abend, zu dem der Kulturring die beiden Schauspieler Jürgen Wegscheider und Markus Maria Winkler in die Wegberger Mühle eingeladen hatte. Unter dem Titel "LiteraTierisches" präsentierten die beiden Satiriker Werke großer Autoren wie Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz oder Wilhelm Busch, die sich mit Tieren beschäftigten, aber oftmals die Menschen meinten. Es war ein Genuss, den beiden zuzuhören - allerdings hätten sie mehr Besucher verdient gehabt. S. Presseschau


















                                                                                            Foto: Folkmar Pietsch

Da gingen die kleinen Theaterfreunde begeistert mit: Als das bärtige Männlein das Spinnrad sausen ließ, um für die hübsche Müllerstochter aus Stroh Gold zu spinnen. Das Niederrheintheater Brüggen eroberte mit dem Grimmschen Märchen Rumpelstilzchen schnell die Herzen der kleinen und großen Besucher.
Eine abenteuerliche Geschichte, die die Schauspieler Verena Bill und Michael Koenen auf Einladung des Kulturrings in der Wegberger Mühle boten. S. Presseschau


Einen brillanten Jazz-Abend bescherte das Wachowiak-Quartett beim dritten und letzten Konzert in diesem Jahr, das der Kulturring vor ausverkauftem Saal in der Wegberger Mühle anbot. Dafür sorgten der virtuose Jazzpianist Adrian Wachowiak, der Tenorsaxophonist Max Schulze-Hennings, Stefan Rey am Bass und André Spajic am Schlagzeug. Die aufmerksamen Zuhörer applaudierten besonders bei den beeindruckenden Solobeiträgen der vier Jazzmusiker. S. Presseschau



Auch mit dem zweiten Jazzkonzert in diesem Jahr hatte der Kulturring einen guten Griff getan: In Kooperation mit dem Mönchengladbacher André Spajic gastierte das Ali Claudi Trio und begeisterte das Publikum in der Wegberger Mühle. Im Mittelpunkt stand der Düsseldorfer Ali Claudi, der zu den Pionieren der Jazzgitarre in Deutschland zählt. Er gilt als Vertreter des Swing und Blues und ist seit mehr als 40 Jahren ein Begriff in der Jazz-Szene. Bei seinem Konzert in Wegberg überzeugte er nicht nur durch brillantes, jazziges Solospiel, sondern auch als Sänger mit sehr viel Soul. Das Konzert war aber auch geprägt von einem eindrucksvollen Zusammenspiel mit dem virtuosen Pianisten Hans Günther Adam, der als gelernter Organist durch das Bedienen des Fußpedals den Bass ersetzte, sowie mit André Spajic am Schlagzeug, der durch mehrere Soli brillierte. So gab es für das Trio immer wieder frenetischen Applaus. S. Presseschau                                                        Foto: Folkmar Pietsch


An jedem 1. Sonntag im Monat für die Öffentlichkeit geöffnet.

Bei Kunst-Liebhabern ist es mittlerweile bekannt: Hinter den Mauern des ehemaligen Klosters am Rathausplatz herrscht emsiges künstlerisches Treiben. Unter dem Klosterdach haben zehn Künstlerinnen und Künstler ihre Ateliers eingerichtet.
Neu ist, dass die Ateliers ab sofort an jedem 1. Sonntag im Monat fürs Publikum geöffnet sind. Ein Besuch lohnt sich - und dazu laden ein:

Johannes Donner    www.johannes-donner.de

Beate Bündgen      www.beate-buendgen.de

Ursula Kempf

Ulrike Kotlowski

Eva-Stefanie Mosburger-Dalz   www.mosburger-dalz.de

Petra Plum  info@gruenraumplanung.com

Ingrid Pusch       www.ip-art.de

Brigitte Uhrmacher www.uhrmacher-art.de
 
Karin van Zoggel

Johann Wittmann